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Autorenporträts
Tom Liehr: Geisterfahrer
Das Buch
Nach dem Tod seiner Eltern kommt Tim Köhrey in eine Pflegefamilie. Zusammen mit seinen neuen Brüdern, Mark und Frank, begleitet er den Vater auf Streifzügen durch die Nachbarschaft, um "Verbrechen" zu bekämpfen. Insgesamt ist das Familienleben eher kühl. Tim, der sich nicht in seine Pflegefamilie aufgenommen fühlt, verlebt dennoch recht unbeschwerte Tage. Doch plötzlich kommt es zum Umzug.
In Berlin besucht er nun das Gymnasium und findet recht schnell Freunde. Eine ganz neue Erfahrung für ihn, denn bisher hatte er nur mit seinen Pflegebrüdern gespielt. Mit seinem besten Freund Kuhle beginnt für ihn scheinbar auch ein neues Leben. Nach und nach treten die Probleme eines normalen Jugendlichen in den Vordergrund.
Sein Vater hinterlässt Tim ein selbstgebautes Mischpult und diverse Schallplatten. Gemeinsam mit Kuhle beginnt er Tapes zu mischen und kommt damit zu Geld. Aber die nach außen scheinbar heile Familie geht immer weiter kaputt. Ute, die Pflegemutter, hat ein Verhältnis. Jens, der Pflegevater, wird immer verschlossener und sein Bruder Mark verschwindet eines Tages, um nie wieder aufzutauchen.
Natürlich geht es auch um Liebe. Nachdem sich Tim und Kuhle erfolgreich als DJs auf einer Schulparty bewiesen haben, kommt er mit Melanie zusammen. Sie sind glücklich. Doch es kommt wie es kommen muss. Während einer Party ein schrecklicher Zwischenfall, nicht nur das Kuhle's Schwarm fast vergewaltigt wird, sondern auch Tim's Welt bricht zusammen.
Er zieht zu Hause aus, beginnt ein eigenes Leben. Letztlich bricht er alle Brücken in sein früheres Leben ab, arbeitet als DJ und wir Stammgast in einem Puff. Nachdem sich eine Prostituierte in ihn verliebt hat, geht er auf Tour, von der er nicht so schnell nach Berlin zurückkehren wird, wie er glaubt. Wieder passiert Ungeahntes, aber auch Vorhersehbares.
Ganz zum Schluss jedoch bleibt noch eins: Die Vergangenheit aufarbeiten und Frieden schließen.
Mein Fazit
Ein rasantes Buch voller Spannung, Sehnsucht, Liebe, Freundschaft, Musik. Dies ist eines der wenigen Bücher, welche man wirklich am Stück lesen muss, weil man es einfach nicht beiseite legen kann. Hat man mal eine Vorahnung was passieren wird, gibt es doch Überraschungen, wo man wirklich zweimal über den Text geht, weil man es nicht glauben kann. Jedoch entsteht nie das Gefühl zu wissen wie das Buch ausgeht. Es scheint, als würde der Autor bewusst dem Leser die Möglichkeit geben die Situationen zu erahnen, um ihn später die ganze Wucht der Welt spüren zu lassen.
In meinen Augen ein Buch, welches man gelesen haben muss, nicht zuletzt wegen dem gelungenen Ende.