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Autorenporträts
Ralf Husmann: Nicht mein Tag
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Familie Reiners lebt in Osthofen, einer kleinen Stadt am Rande des Ruhrgebietes. Till Reiners ist verheiratet, hat einen Sohn und arbeitet bei einer Bank. So gesehen ist sein Leben nicht gerade spektakulär.
Auf den ersten Blick hat man den Eindruck Till hätte in seinem Leben nichts erreicht. Er steht auf seine Kollegin Jessica, die für die Arbeit in der Bank genauso wenig qualifiziert ist, wie Till als Draufgänger.
Auch in seinem Eheleben ist seit einigen Jahren schon nicht mehr viel los. Zärtlichkeiten zwischen ihm und Miriam gibt es nur wenige und nur der gemeinsame Sohn Nico scheint das Ganze zusammen zuhalten. Auch sonst ist in Till's Leben nicht viel los. Weder Hobbies noch Freunde scheinen Raum einzunehmen.
Doch eines Tages taucht ein Mann in der Bank auf. Zu große Sonnenbrille, Turnschuhe und eine Tasche. Plötzlich hektische Bewegungen eine Waffe und Geschrei. Till erlebt zum ersten Mal seit Jahren ein Abenteuer. Der Bankräuber scheint unorganisiert und sucht nach einer Geisel. Till möchte vor seiner Kollegin Jessica mutig darstehen und sie beschützen, also meldet er sich frewillig.
Einen Tag zuvor hatte er noch auf dem Geburtstag des Filialleiters mit seiner Gitarre glänzen wollen, nun ist er Geisel und gibt seinem Entführer Tipps für die Flucht. Aber dass, ist nicht das Einzige was hier schief läuft. Nappo ist völlig verplant und Till, der dachte, er wäre am Ende des Abends wieder frei, weiß bereits nach den ersten Minuten im Auto viel zu viel dafür. Aber woher sollte er auch ahnen, dass ein Entführer seiner Geisel verrät wie er heißt und wo es hingeht?
Nach einer ersten Nacht auf dem Waldplatz, an welchem er und Miriam von einem Hasen beim Sex erwischt wurden, ändert sich Tills Leben radikal. Plötzlich sind da tote Hasen, geklaute Autos, zusammengeschlagene Rentner, fremde Brieftaschen und schöne Frauen die die Finger nicht von ihm lassen können...
Doch dass alles deutet nicht auf eine Entführung hin. So langsam keimt in der Polizei der Verdacht, Till hänge doch irgendwie in dem Überfall mit drin und auch Miriam beginnt daran zu glauben. Ist Till wirklich ein skrupelloser Bankräuber der seine geliebte Familie für 30.000€ im Stich lässt?
Mein Fazit
"Nicht mein Tag" ist die Geschichte eine Mannes, der verlorene Jahre nachholt, und dabei auch noch seine Ehe rettet. ;)
Ralf Husmann gelingt es diese vielschichtige Geschichte abwechslungsreich und interessant zu erzählen. Ich bin der Meinung, dass es wenige Romane gibt, die man mit "Nicht mein Tag" vergleichen kann. Die Story an sich ist nichts neues: Mann zieht hinaus, kommt aus sich heraus, blüht auf und kehrt als neuer Mensch zurück. Die Kur des modernen Helden. Die Geschichte jedoch ist gut erzählt und trotz dem das Schema bekannt ist, hat man so gut wie nie das Gefühl zu wissen was gleich kommt.
Hin und wieder schafft es Ralf Husmann dem Leser auch mal ein Schmunzeln, vereinzelter ein Lachen auf das Gesicht zu zaubern. Ein wenig erinnert mich das Buch an "Millionär" von Tommy Jaud.
Zusammenfassend kann ich das Buch all denen empfehlen, die gerne Romane aus dem hier und jetzt lesen sowie hin und wieder auch mal schmunzeln möchten. Abraten würde ich allerdings allen, die viel Gefühl und Emotionen erwarten.