Karel Ĉapek: Der Krieg mit den Molchen

Zum Buch

Zentrales Thema dieses Buches bilden, wie der Titel verrät, die Molche. Entgegen aller Erwartungen befinden die sich allerdings zu Anfang noch nicht im Krieg, sondern in einer kleinen Bucht bei den indonesischen Inseln. Dort werden sie von einem gewissen Kapitän van Toch entdeckt. Das besondere an den Molchen ist, dass sie sich hervorragend für Arbeiten Unterwasser eignen und sich dazu noch unglaublich schnell vermehren. Wären da nicht die Haie die das natürliche Gleichgewicht aufrechterhalten. Doch nachdem Kapitän van Toch ihnen, zum Dank für wertvolle Perlen, Waffen geliefert hat, können sie sich gut verteidigen.

Mit einer großartigen Idee macht sich van Toch auf zurück nach Europa. Dort sucht er einen Investor für sein Molchprojekt, dass sich im großen und ganzen um das Perlen suchen dreht. Bei dem Industriellen Bondy wird er schließlich fündig und kann ausgerüstet mit einem Spezialschiff auf Perlensuche gehen. Nach wenigen Jahren stirbt van Toch und Bondy kann nun seinen Plan in die Tat umsetzen und die Molche weltweit auch für andere Dinge vermarkten. So zum Beispiel für Umarbeitungen an Europas Küsten. Nicht mehr lange und so ziemlich jedes Land hat eigene Molche.

Es folgen Schilderungen über das Zusammenleben des Menschen mit den Molchen und auftretenden Problemen. Auch über das Verhalten der Molche. Natürlich bleibt es nicht "lange" bei dieser friedlichen Situation zwischen Mensch und Molch. Frankreich und England statten ihre Molche u.a. mit Unterwassergeschützen, anderen Waffen und Sprengstoff aus. Es kommt zu ersten Konflikten zwischen Nationen. Doch so recht weiß keiner, was die Molche mit dem ganzen Sprengstoff anfangen, wie viele Waffen und Sprengstoff sie überhaupt haben. Bis es eines Tages zu einem riesigen Erdebeben kommt und ein riesiger Spalt sich in einen Kontinent gräbt.

Die Molche beginnen Vorderungen zu stellen. Die Menschen sollen Ihre Kontinente aufgeben, da die Molche mehr Platz zum Leben brauchen. Die Kontinente sollen durch Gold abgekauft und die ansässige Bevölkerung frühzeitig gewarnt werden. Hinter alldem steckt der sog. "Chief Salamander" (im Buch u.a. Anspielungen auf Adolf Hitler). Die Menschen beginnen sich natürlich zu wehren, jedoch vergeblich. Auch können sie sich nicht einigen, weitere Waffenlieferungen einzustellen, da das Nachbarland einen überfallen könnte.

So kommt man zu keiner Einigung und schaufelt sich selbst ein Grab. Letztlich dringen die Molche bereits nach Tschechien vor und der Autor sinnt in einem "Selbstgespräch" über eine mögliche Lösung für das Problem nach. Es kommt irgendwann zum Krieg unter den Molchen aufgrund der unterschiedlichen Herkunft und die Menschen ziehen langsam von den übrigen Gebirgen auf den kleinen Rest ihrer Kontinente zurück.

Mein Fazit

Trotzdem das Buch bereits 1936 das erste Mal erschienen ist finden sich viele Möglichkeiten für einen Gegenwartsbezug. So zum Beispiel die Überbevölkerung der Molche und die darauffolgende Platznot. Auch das Thema Abrüstung spielt hier eine Rolle(auch wenn 1936, soweit mich mein Geschichtswissen nicht trügt, noch kein Kalter Krieg lief). Das Buch fängt mit ersten Begegnungen zwischen Molch und Mensch spannend an, wird allerdings in der Mitte langweillig und langatmig(Schilderungen des Zusammenlebens der Molche mit Menschen, also Bildungs- und Gleiberechtigungsfragen u.a.). Zum Ende hin, als die Konflikte zwischen Land und Wasser eskalieren, wird es jedoch noch einmal spannend.

Insgesamt hat mir das Buch gefallen. Vor allem, dass man so viele Gegenwartsbezüge herstellen konnte macht es zu einer interessanten Angelegenheit.


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